Der Kall-Schlag muss verhindert werden!

Medienmitteilung / Erklärung der Mediengewerkschaft comedia zur Übernahme

von Edipresse durch den Zürcher Medienkonzern Tamedia

1.

Die Mediengewerkschaft comedia protestiert gegen die Übernahme von Edipresse durch Tamedia. Einmal mehr werden unter dem Regime von Tamedia-Konzernchef Martin Kall die im Unternehmen erarbeiteten finanziellen Mittel in Form eines überrissenen Kaufpreises in spekulative Expansionspläne gesteckt, statt sie für vernünftige und notwendige Investitionen in den bestehenden Bereichen zu verwenden. Mit der Übernahme wird der Kostendruck sowohl konzernintern wie auch in der Branche insgesamt weiter erhöht.

2.
comedia fordert, dass Tamedia und Edipresse unverzüglich die Mitarbeitenden und die Gewerkschaften
vorbehaltlos über alle unternehmerischen Pläne und Ziele orientieren, die mit dieser Übernahme verfolgt werden. Gleichzeitig müssen mit den Sozialpartnern Verhandlungen aufgenommen werden. comedia hat die Verantwortlichen von Tamedia und Edipresse heute Vormittag mit Express-Schreiben zur Aufnahme von Gesprächen aufgefordert.

3.
Mit der Übernahme von Edipresse erlangt Tamedia eine marktbeherrschende Stellung in der schweizerischen Druck- und Medienbranche, die mit den Regeln des Wettbewerbsrechts nicht vereinbar ist. comedia fordert die zuständige Wettbewerbskommission (Weko) auf, ihrem Auftrag entsprechend die Übernahme zu unterbinden.

4.
Die Übernahme von Edipresse durch Tamedia ist der grösste Angriff auf die Medienvielfalt seit langem. Die Vormachtstellung von Tamedia in der Deutschschweiz wird nun ohne Rücksicht auf die regionalen Befindlichkeiten auf die Westschweiz ausgedehnt.

5.
comedia lehnt die Übernahme ab und wird sich mit allen Mitteln gegen drohende Betriebsschliessungen, die Liquidierung von Zeitungen und gegen den Arbeitsplatz-Abbau zur Wehr setzen.

6.
comedia fordert den Bundesrat und die eidgenössischen Räte auf, gegen die Übernahme von Edipresse durch Tamedia vorzugehen. Insbesondere stellt sich die Frage, inwieweit ein monopolistischer Medienkonzern wie Tamedia unter der falschen Etikette "Förderung der Medienvielfalt" noch mit öffentlichen Mitteln der Presseförderung über verbilligte Posttaxen und mit Gebührengeldern für konzessionierte Radios und Fernsehen subventioniert werden kann.

Dienstag, 3. März 2009

Mediengewerkschaft comedia

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Luma (Montag, 16 Juli 2012 18:09)

    Good article bro