Israel lässt trotz Gerichtsurteil keine Reporter in den Gazastreifen einreisen

Die israelische Regierung widersetzt sich einem Urteil des Obersten Gerichtshofes und lässt weiterhin keine Auslandskorrespondenten zur Berichterstattung in den Gazastreifen einreisen. Die Auslandspressevereinigung (FPA) kritisierte am Freitag diese Entscheidung, wie die SDA meldete.

Das Gericht hatte zuvor angeordnet, dass immer dann Reporter in den Gazastreifen einreisen dürfen, wenn der Grenzübergang Erez aus humanitären Gründen geöffnet wird. Die offizielle Erklärung der israelischen Behörden, dass an diesem Freitag nicht ausreichend Zeit für eine Koordinierung gewesen sei, bezeichnete die FPA als unbegründet. Israel hatte am Freitag rund 300 Frauen und Kindern mit ausländischem Pass die Ausreise aus dem Gazastreifen über den Grenzübergang Erez gestattet.

Die FPA äusserte ausserdem ihre Sorge darüber, dass nach der derzeitigen Regelung nur eine sogenannte «Pool-Berichterstattung» möglich ist, bei der die Reporter im Gazastreifen ihre Informationen mit anderen in Israel akkreditierten ausländischen Kollegen teilen müssen. «Wir glauben, dass die israelische Regierung den internationalen Medien während dieser Krise einen ungehinderten Zugang nach Gaza ermöglichen sollte», hiess es weiter.

Israel hatte nach dem 5. November 2008 für mehr als drei Wochen keine Korrespondenten in den Gazastreifen einreisen lassen. Danach gab es hin und wieder eine solche Möglichkeit. Seit Beginn der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen sind die Grenzübergänge wieder geschlossen.

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