Zürich: Brutaler Polizeieinsatz / Illegale Verhaftung

comedia verurteilt willkürliche Festnahme eines Zürcher Fotografen

 

04.07.2008 Heute Abend veranstaltete die Gruppe "Brot und Aktion" gegen die Fussball-Euro eine politische Aktion mit Konzert im alten Fussballstadion Hardturm in Zürich.

Dagegen intervenierte die Zürcher Stadtpolizei mit unerhörter Härte und Brutalität.

Diesen Einsatz fotografierte der Fotojournalist Klaus Rozsa, der sich zufälligerweise in dieser Gegend aufhielt. Auf die schroffe Aufforderung, mit fotografieren aufzuhören, wies der erfahrene Fotojournalist darauf hin, dass er als Medienschaffender berechtigt ist, einen solchen Polizeieinsatz zu beobachten und zu fotografieren.

Danach wurde er von zwei Polizisten überwältigt, festgenommen und ohne Angabe von Gründen über eine Stunde auf der Hauptwache Urania festgehalten. Gegen 20.30 Uhr wurde er, ohne Einvernahme, ohne Protokoll, ohne Antwort auf die Frage nach dem Festnahmegrund freigelassen - nicht ohne davor von mehreren Polizeibeamten noch beschimpft und bedroht worden zu sein.

 

Die Mediengewerkschaft comedia verurteilt das Vorgehen der Zürcher Polizei aufs Schärfste. Mit diesem Vorgehen wird die verfassungsmässig garantierte Pressefreiheit verletzt und ein Medienschaffender, der sich mit einem anerkannten Presseausweis legitimieren kann, an seiner Arbeit gehindert.

Zusätzlich besorgniserregend ist, dass solche Fälle von Polizeiwillkür gegen Medienschaffende sich in letzter Zeit wieder häufen (vgl. die Fälle im Januar in Bern und Basel).

 

Die Polizeibehörden müssen sich gemäss einem Leitentscheid des Bundesgerichts und des Obergerichts Zürich, beide aus dem Jahre 2002, gefallen lassen, dass ihre Interventionen von Medienschaffenden beobachtet, festgehalten und fotografiert werden.

comedia wird den Fotojournalisten bei seinem gerichtlichen Vorgehen gegen die Polizeibehörden unterstützen und fordert die politischen Verantwortlichen auf, die Aufsicht über die Polizei wahrzunehmen.

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