Mo
08
Feb
2010
Medienkonzentration: Tettamanti kauft Basler Zeitung Medien
Die Familie Hagemann und PubliGroupe verkaufen ihre Aktien der National Zeitung und Basler Nachrichten AG an Tito Tettamanti und den Basler Medienanwalt Martin Wagner. Die Basler Zeitung
"bleibt eine eigenständige und unabhängige Basler Tageszeitung."
Neuer VR-Präsident und Verleger der BaZ wird Martin Wagner, Matthias Hagemann bleibt im Verwaltungsrat. Dies meldet die Familie Hagemann am Montag.
Bei der BZM handelt es sich um 14 eigenständige Firmen und 2 massgebliche Beteiligungen. Tito Tettamanti und der Basler Medienanwalt Martin Wagner übernehmen alle Aktien der Familie Hagemann und der PubliGroupe, der National Zeitung und Basler Nachrichten AG, die als Basler Zeitung Medien AG (BZM) am Markt präsent ist. Tettamanti wird als Mehrheitsaktionär einen Aktienanteil von 75 % halten und Martin Wagner 25 %. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
«Es war von allem Anfang an unsere Absicht, die Basler Zeitung als unabhängige Tageszeitung für Basel zu erhalten», erklärt der neue Herausgeber der BaZ, Martin Wagner. «Wir wollten erneut ein
Zeichen gegen die Medienkonzentration in unserem Land setzen.» (!sic!) Matthias Hagemann, bisheriger Verwaltungsrats- präsident der BZM und Familiensprecher, begründet den Verkauf:
«Nach eingehenden Beratungen innerhalb der Familie kamen wir letzten Herbst zum Schluss, dass wir einen Käufer für unser Unternehmen suchen werden. Wir haben alles daran gesetzt, das Unternehmen
an einen Käufer zu veräussern, der gewillt und in der Lage ist, der Region Basel mit der Basler Zeitung eine starke Tageszeitung zu erhalten.» Es habe verschiedene Interessenten gegeben, auch aus
dem Ausland, so Matthias Hagemann.
Die Familie Hagemann hat mit einem Anteil von 63 % die Aktienmehrheit an der BZM gehalten. Die Familie hatte die Mehrheit am Druckerei- und Verlagsunternehmen vor 59 Jahren übernommen. «Die PubliGroupe hat, wie seit Längerem angekündigt, zusammen mit der Mehrheitsaktionärin nach einer Lösung gesucht, die in der vorliegenden Form jetzt gefunden werden konnte», erklärt Hans-Peter Rohner, Verwaltungsratspräsident und CEO der PubliGroupe, die 37 % der Aktien gehalten hat. «Dieser Schritt entspricht unserer Strategie, sich von denjenigen Verlagsbeteiligungen zu trennen, die nicht mehr als strategisch gesehen werden.» Die Verkäufer wurden von Rechtsanwalt Oscar Battegay von der Kanzlei Staiger, Schwald & Partner beraten.
Der neue Verwaltungsrat besteht derzeit aus Matthias Hagemann, dem Basler Medienunternehmer Bernhard Burgener, dem Basler Notar Pascal Berger und Martin Wagner, welcher in seiner Funktion als
Verwaltungsratspäsident neuer Verleger der «Basler Zeitung» wird. In der Unternehmensleitung der Basler Zeitung Medien wird es zu einem Führungswechsel kommen. Beat Meyer, CEO der
Unternehmensgruppe, wird die BZM verlassen. Der bisherige CFO, Jürgen Hunscheidt, wird dessen Funktion übernehmen.
Gleichzeitig übernimmt der bisherige Verlagsleiter Roland Steffen konzernweit die Funktion als COO (Chief Operating Officer). Beide Manager sind langjährige Leistungsträger des Unternehmens und
wie der neue Verleger Martin Wagner mit diesem eng verbunden. Chefredaktor der Basler Zeitung bleibt Matthias Geering.
Basler Zeitung Medien gehören 14 eigenständige Firmen wie beispielsweise das Druckereiunternehmen Birkhäuser in Reinach (BL). Flaggschiff des Unternehmens ist die «Basler Zeitung», die mit einer Auflage von rund 88 000 Exemplaren die wichtigste Tageszeitung der Nordwestschweiz ist. Die Gruppe beschäftigt derzeit gegen 1200 Mitarbeiter und erreichte im Geschäftsjahr 2008/09 einen Umsatz von rund 263 Mio. CHF. Der operative EBITA belief sich auf 6 Mio. CHF.
Der bereits früher unrühmlich aufgefallene "Medienanwalt" Martin Wagner figuriert in letzter Zeit des öfteren als offensichtlicher Strohmann: Erst letzte Woche wurde bekannt, dass Wagner für die deutsche ConstantinFilm eine Filiale in der Schweiz eröffnet. Tettamanti wiederum ist mit Blocher verbandelt und hat seine Hände z.B. bei der Weltwoche im Spiel.
Tito Tettamanti, Jahrgang 1930, engagiert sich nicht zum ersten Mal im Mediengeschäft. Vor acht Jahren hatte er mit anderen Investoren die damalige Jean Frey AG («Weltwoche», «Bilanz») übernommen. An diesem Mediendeal war auch Martin Wagner beteiligt. Wagner fungierte als Verwaltungsratspräsident von Jean Frey. Im Sommer 2006 holte er Roger Köppel, der zwischenzeitlich nach Berlin zur «Welt» gegangen war, zur «Weltwoche» zurück und verkaufte offiziell Köppel die Zeitschrift. (Die dieser allerdings ohne fremdes Geld nie hätte bezahlen können). Der Rest von Jean Frey wurde Ende 2006 an den deutschen Springer Verlag verkauft. Tettamanti versteht sich als rechtskonservativer Visionär.
http://photoscene.jimdo.com/2010/01/27/constantin-film-will-sennentunschi-retten/#permalink
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comedia - Die Mediengewerkschaft Medienmitteilung: Bedenken zum Kauf der Basler Zeitung Medien
Die Mediengewerkschaft comedia ist besorgt über die neueste Entwicklung in der Schweizer Medienszene. Mit dem Verlag der Basler Zeitung gerät ein traditionsreiches Medienhaus in die Hände des Finanzinvestors Tito Tettamanti, der 75% der Aktien übernimmt. Die Basler Zeitung Medien AG verfügt in Basel über ein faktisches Monopol. Es ist irritierend, dass Medienhäuser in der Krise zum Gegenstand spekulativer Aktionen werden können. Tito Tettamanti hat sein Vermögen durch undurchsichtige Finanzmarktgeschäfte erworben, er ist kein Garant für demokratische Öffentlichkeit.
comedia fordert die neuen Eigentümer auf, die bereits schmal gesparten Belegschaften der Basler Zeitung Medien AG nicht noch weiter auszupressen und die Redaktionen in politischer Unabhängigkeit arbeiten zu lassen, damit sie ihren für eine funktionierende Demokratie wichtigen Informationsauftrag erfüllen können. Die Mediengewerkschaft comedia steht den Redaktions- und Druckereiangestellten und ihren Personalkommissionen dabei mit vollem Engagement zur Seite. |
Mo
01
Feb
2010
Schweiz: Aktionen gegen antigewerkschaftliche Kündigungen
Die Schweiz hat sich in verschiedenen internationalen Abkommen
verpflichtet, Arbeitnehmer-Vertreter und Gewerkschafterinnen vor
missbräuchlichen Kündigungen zu schützen. Doch trotz mehrmaliger
Verurteilung durch die Internationale Arbeitsorganisation, ILO,
weigert sich der Bundesrat nach wie vor, auf Gesetzesstufe einen
wirksamen Kündigungsschutz umzusetzen.
comedia beteiligt sich deshalb an der Kampagne der SGB-Gewerkschaften
gegen antigewerkschaftliche Kündigungen. Es ist nicht akzeptierbar,
dass Mitglieder von Personalkommissionen entlassen werden, weil sie
sich für die Rechte der Arbeitnehmenden einsetzen. Über 1100 Mitglieder
von Betriebskommissionen und gewerkschaftliche Vertrauensleute
verlangen in einem offenen Brief an den Bundesrat verbindliche
Massnahmen zu ihrem Schutz.
Prozess und öffentliche Aktion
Einer der Rechtsfälle wegen missbräuchlicher Kündigung betrifft den
Journalisten Daniel Suter, der während der Massentlassungen vom
Frühsommer 2009 beim «Tages-Anzeiger» Präsident der
Personalkommission war.
Daniel Suter hatte sich seit der Gründung der Arbeitnehmervertretung
beim Tages-Anzeiger vor rund 5 Jahren bis zum massiven Stellenabbau für
die Anliegen und Interessen der Redaktion eingesetzt und exponiert.
Die Mediengewerkschaft comedia unterstützt Daniel Suter im Prozess
gegen seinen früheren Arbeitgeber. Ein Peko-Präsident darf nicht unter
dem Vorwand von wirtschaftlichen Gründen auf die Strasse gestellt
werden.
Die Hauptverhandlung findet am Dienstag, 2. Februar, 14 Uhr, im
Arbeitsgericht Zürich (Wengistr. 30) statt.
Der offene Brief an den Bundesrat wird in einer öffentlichen Aktion am
Freitag, 26. Februar, 11 Uhr, vor dem Bundeshaus in Bern übergeben.
Fr
29
Jan
2010
Medienkonzentration: ddp/AP entlassen ihr Personal in der Schweiz
Eine weitere Hiobsbotschaft für die Schweizer Medien: Die ddp, welche
erst im Dezember im Zug der Übernahme von AP Deutschland gleich auch
deren Tochter AP Schweiz übernommen hatte, entlässt die Redaktion von
rund 15 Medienschaffenden. Damit wird die Serie von schlechten
Nachrichten aus Medienredaktionen in der Schweiz fortgesetzt.
Es stellt sich nun heraus, dass die ddp die Schweizer Tochter nur
aufgekauft hat, um sie zu schliessen. comedia, die Mediengewerkschaft,
hatte aufgrund von Gerüchten bereits Anfang Woche bei der AP Schweiz
nähere Informationen über die Zukunft und über die Konsequenzen für das
Personal verlangt. Mit dieser Nachricht werden nun die schlimmsten
Befürchtungen bestätigt. Weitere Medienschaffende stehen auf der
Strasse ohne berufliche Perspektiven.
SDA baut trotz Übernahme ebenfalls ab
Dass die SDA in die Bresche springt, hinterlässt einen schalen
Nachgeschmack. Sie profitiert durch die gestern bekannt gegebene
Kooperation mit der ddp von der Schliessung der einzigen Konkurrentin
in der Schweiz.
Die SDA baut zur Zeit selbst 13 Vollstellen ab, was fast 10% ihres
Stellenetats ausmacht. Immerhin hat die SDA-Redaktion ihre Arbeitgeber
nach einigem Hin und Her dazu gebracht, den Abbau durch natürliche
Abgänge und freiwillige Pensenreduktionen zu reduzieren und für die -
trotz allen Bemühungen der KollegInnen - noch verbleibenenden 5
Entlassungen einen Sozialplan zu verhandeln, der die finanziellen
Folgen für die Betroffenen etwas auffängt.
Die Mediengewerkschaft comedia fordert daher die beteiligten
Unternehmen auf, zur Aushandlung eines anständigen Sozialplans Hand zu
bieten.
Mi
20
Jan
2010
«Game-Tipp» auf DRS 3 verletzte teilweise das Sachgerechtigkeitsgebot
Die Sendung «Game-Tipp» auf DRS 3 verletzte teilweise das Sachgerechtigkeitsgebot
Ein Radiohörer monierte bei Ombudsmann Achille Casanova, dass in der Sendung «Game-Tipp» vom 18. November 2010 auf DRS 3 das Spiel «Modern Warfare 2» vorgestellt wurde.
Es würde sich dabei um ein blutiges Computergame der übelsten Sorte (Ego-Shooter) handeln. Diese Art von Spielen sei sehr umstritten. Er könne sich nicht vorstellen, dass es Aufgabe eines
öffentlich-rechtlichen Senders sei, solche Spiele seinen Hörern zu empfehlen. Robert Ruckstuhl, Programmleiter DRS 3 und DRS Virus, gibt in seiner Stellungnahme an, dass DRS 3 sein Engagement im
Bereich der kritischen Game-Besprechung ausgebaut habe: «Die Kritik, dass DRS 3 solche Spiele überhaupt nicht vorstellen soll, ist aus unserer Sicht der falsche Ansatz: Gerade auch solche Spiele,
zumal wenn es sich um das am meisten verkaufte Spiel und Unterhaltungsmedium aller Zeiten handelt, müssen in einer Game-Rubrik kritisch behandelt werden.» Casanova beurteilt die Beanstandung für
teilweise berechtigt. Die von Ruckstuhl angesprochene, kritische Würdigung von Killer-Games sei im genannten Fall ungenügend erfolgt, das Game sei vorwiegend in positiver Art vorgestellt
worden.
Mi
13
Jan
2010
Entlassungen bei Ringier: comedia verlangt Sozialplan
Ringier Newsroom: Auch viele Schreibende sind betroffen
Wie den Mitarbeitenden von Ringier heute mitgeteilt wurde, kostet die Einführung des Newsrooms für die Blick-Redaktionen 29 Vollzeitstellen.
Entgegen der Mitteilung des Verlags sind auch viele schreibende MitarbeiterInnen von den Entlassungen betroffen. Über die versprochenen Konsultativverhandlungen hinaus fordert comedia Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe und einen der derzeitigen Krise angepassten, grosszügig überarbeiteten Sozialplan sowie eine umfassende Betreuung aller Mitarbeitenden, auch jener, die das Newsroom-Projekt umsetzen sollen.
In den letzten Wochen versicherten verschiedene Exponenten des Ringier-Verlages, dass der Newsroom kein Sparprojekt sei, nun werden 29 Vollzeitstellen gestrichen. Wie viele Mitarbeitende betroffen sind, ist noch nicht bekannt.
13.5 Vollzeitstellen sollen bei den schreibenden Medienschaffenden eingespart werden, die restlichen 15,6 Stellenprozente gehen zu Lasten des technischen Redaktionspersonals.
Auch ProduzentInnen, LayouterInnen, BildredaktorInnen und KorrektorInnen sind Teil einer Zeitung und geben dem jeweiligen Print-Medium seinen Charakter. Und auch im Newsroom dürfen die angeschlossenen Medien nicht beliebig austauschbar sein.
Comedia fordert, dass der bestehende Sozialplan, der im letzten Mai ausgehandelt wurde, denn jetzigen, schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen angepasst und auf das besondere Profil der Betroffenen zugeschnitten wird. Wenn die Einführung des Newsrooms kein Sparprojekt sein soll, darf sie nicht auf Kosten der Mitarbeitenden erfolgen.
Ringier ist in seiner sozialen Verantwortung gefordert.
Nebst der sozialen Abfederung der Entlassungen fordert comedia, dass bei der Umsetzung des Newsrooms alle Mitarbeitenden die nötige Unterstützung erhalten. Der Newsroom kann nur zum Erfolg werden, wenn er vom Redaktionspersonal unterstützt und getragen wird.
Di
12
Jan
2010
China: Selbstzensur beim Wall Street Journal
Um Peking nicht zu verärgern, zensiert sich das Wall Street Journal gleich selbst. Regimekritische Kommentare, die auf der englischen Website der Zeitung publiziert wurden, sucht man auf der
chinesischen Seite vergeblich. «Bisweilen, etwa zum Gründungstag der Volksrepublik China am 1. Oktober, kommt die chinesische Onlineausgabe des Wall Street Journal sogar so brav und staatstragend
daher, als würde sie von der Kommunistischen Partei selbst herausgeben», heisst es in einem Artikel des Tagesanzeigers vom Freitag. Anlässlich des Feiertages waren Fotos von marschierenden
Soldaten und chinesische Flaggen zu sehen, jedoch keine kritischen Kommentare zur pompösen Militärparade. Selbst manche von Chinesen gemachten Zeitungen und vor allem die Onlineausgabe der
Financial Times seien da mutiger, heisst es weiter.
Stellung nehmen wollten die Murdoch-Mitarbeiter in Asien nicht. Als Rupert Murdoch 2007 Interesse bekundet hatte, das Wall Street Journal zu kaufen, hatten die in China stationierten
Auslandskorrespondenten aber mit einem offenen Brief gegen die Übernahme protestiert. In diesem schrieben sie, Murdoch habe seine journalistische Integrität der Befriedigung seiner politischen
und persönlichen Ziele geopfert.
Fr
08
Jan
2010
Beschwerde beim Presserat gegen Tages Anzeiger / newsnetz.ch und NZZ
Der Journalist und Pressefotograf Klaus Rózsa hat gegen Tages Anzeiger und newsnetz sowie gegen die Redaktion der NZZ Neuen Zürcher Zeitung beim Presserat je eine Klage deponiert.
In der Beschwerde geht es um die Berichterstattung in diesen Medien über einen Ehrverletzungsprozess gegen Klaus Rózsa. Rózsa wurde im September 2009 erstinstanzlich verurteilt, er habe einen zürcher Stadpolizisten anlässlich des Polizeiüberfalls vom 4.Juli 2008 und der anschliessenden Verhaftung bespuckt und als Nazi beschimpft.
In der Berichterstattung wurde der Unschulsvermutung nicht genüge getan und verschwiegen, dass Berufung bereits eingereicht worden war. Eine Stellungnahme von Rózsa zu den Vorwürfen der Polizisten hatte weder der Tages Anzeiger noch die NZZ eingeholt.
Die Klagen im vollen Wortlaut, wie auch alle zugänglichen Dokumente zum Polizeiüberfall finden sich auf unserer Dokumenten-Seite!
Hinzu zu fügen ist an dieser Stelle noch, dass bis heute, über 1 1/2 Jahre nach dem Polizeiüberfall, keiner der beteiligten Personen von der Staatsanwaltschaft zu den Vorfällen befragt worden ist. Die Strafanzeige von Klaus Rózsa (ebenfalls im vollen Wortlaut auf der Dokumenten-Seite) gegen die Stadtpolizei Zürich wird von der Staatsanwaltschaft und vom Obergericht des Kantons Zürich verschleppt! - Ganz im Gegensatz zu der Anzeige (sog. Retourkutsche) der Polizei gegen Rózsa...
Fr
08
Jan
2010
SDA: Journalismus vom "Hören Sagen"?
Symbolische Besetzung des Schulhauses Wengi
Nach der völlig überraschenden, gewaltsamen Räumung der ASZ gestern Mittag wurde eine spontane Sitzung einberufen. Konsens der Sitzung war die von Anfang an als symbolisch intendierte (entgegen Berichten der SDA) Besetzung des Schulhauses Wengi (welches ebenfalls entgegen der Meldung der SDA nicht leer steht).
Ziel der Aktion war ein lautstarkes Zeichen gegen das hinterhältige Vorgehen der Stadt Zürich zu setzen, welches wir klar als politischen Anschlag auf unser selbstverwaltetes Bildungsprojekt verstehen und nicht, um dort tatsächlich Räume längerfristig zu beanspruchen. Nicht zuletzt darum, weil es in keinster Weise unserer Absicht entspricht, ein niederschwelliges Integrationsangebot für Jugendliche negativ zu beeinträchtigen – ein solches ist nämlich in den Räumen des Schulhauses Wengi projektiert.
Darum haben wir die Liegenschaft auch wieder verlassen, nachdem uns zugesichert wurde, dass wir unbehelligt von dem massiven Polizeiaufgebot wieder abziehen können.
Die Deutschkurse starten am Montag wieder wie geplant. Solange auf unsere Forderung nach einem selbstverwalteten Bildungsraum nicht eingegangen wird, werden weitere vielfältige Aktionen folgen.
Quelle: „Bildung für Alle“
Do
07
Jan
2010
IFJ Calls for Probe in Murder of Journalist in Bulgaria
The International Federation of Journalists (IFJ) and its European group, the European Federation of Journalists (EFJ) today called on Bulgarian authorities to investigate the murder of journalist Boris Nikolov Tsankov who was gunned down yesterday in the Bulgarian capital, Sofia.
"We demand an investigation into this shocking murder committed in broad day light," said Aidan White, IFJ General Secretary. "The journalist had sought police protection fearing for his life and his family and colleagues will want answers from the Government."
Reports say that Tsankov was going to meet with his lawyer in Sofia, accompanied with his two bodyguards when the gunmen struck, shooting him in the heart. He died on the spot and his bodyguards were injured in the attack. The gunmen managed to escape.
Tsankov, who had published a book a month earlier about the mafia in Bulgaria , reported receiving death threats following its publication and had requested police protection. He had survived a previous attempt to his life in 2004.
The IFJ says the murder of Boris will undermine investigative journalism in Bulgaria as organised criminal gangs try to intimidate media through show of force and violence.
"There can be no press freedom when journalists live in fear," added White. "The government must guarantee to Bulgarian media the rights enjoyed by their colleagues in other European Union members."
Mo
04
Jan
2010
Von wegen "linken Medien": Blocher schnappt sich wieder ein Medienunternehmen
Christoph Blocher kauft Lobster Studios AG
Die Robinvest AG von Christoph Blocher ist mit 52 Prozent neue Mehrheitseignerin der Lobster Studios AG in Schlieren. Mit dem neuen Grossinvestor bekommt die seit Monaten schlingernde Filmproduktionsgesellschaft auch eine neue Führungsstruktur.
«Mario Aldrovandi ist seit dem 1. Januar 2010 VR-Präsident und CEO der Lobster Studios AG», teilte die Firma am Montagnachmittag mit.
Die Lobster Studios AG ist die Nachfolgefirma der in Konkurs gegangenen TV-Produktionsfirma Primetime in Schlieren.
Sie erstellt nach eigenen Angaben mit einem Team von 28 Personen TV-Sendungen, Video-, Film- und Ton-Werke.
Bisher war Mario Aldrovandi Chefredaktor und Mitglied einer dreiköpfigen Geschäftsleitung. «Zu Primetime-Zeiten hatte die Firma Inhaber René Schoch als alleinigen Geschäftsführer», sagte Aldrovandi. «In der Übergangsphase waren wir drei Geschäftsleitungsmitglieder und ab 1. Januar 2010 bin ich alleine als Geschäftsführer tätig.»
Nachdem die Not leidende Filmgesellschaft über mehrere Wochen nach Investoren Ausschau gehalten hat, hätten verschiedene Wege zur Robinvest AG geführt, so Aldrovandi, den das polarisierende Image von SVP-Politiker Blocher nicht sonderlich stört:
«Christoph Blocher realisierte als einziger Unternehmer das wirtschaftliche Potenzial der Firma», sagte der TV-Journalist. «Er mischt sich inhaltlich nicht ein», ist Aldrovandi überzeugt.
SVP-Nationalrat Christoph Blocher wird in der Mitteilung «zu seinem Engagement» folgendermassen zitiert: «Die Lobster Studios AG ist ein wichtiger Pfeiler im TV- und Werbe-Sektor und hat bei guter Führung wirtschaftliches Potenzial.»
Die Robinvest AG wird von Blochers jüngster Tochter Rahel Blocher (33) geleitet. Die Robinvest AG habe ihr Vater nach der Abwahl aus dem Bundesrat gegründet. «Ich bin seit November vergangenen Jahres Geschäftsführerin», erklärte Rahel Blocher ihre Funktion.
«Als Consultingfirma unterstützen wir die Führung der jeweiligen Firma. In der Regel sind wir über eine finanzielle Beteiligung mit der Firma verknüpft», sagte Rahel Blocher.
Für die ehemalige Schweizer Finanzchefin der Elma Elektronik AG ist der Einstieg bei der Lobster Studios AG das erste Engagement als Geschäftsführerin der Robinvest AG mit Sitz im zürcherischen Männedorf. Rahel Blocher übernehme keine formalen Aufgaben bei der Produktionsfirma, «zur Diskussion steht zurzeit nur ein Sitz im Verwaltungsrat», sagte Blocher.
Bei der Lobster Studios AG ist Robinvest erst nach dem Konkurs der Primetime eingestiegen. «Beteiligt an der Firma sind wir seit vergangenem September», so Blocher weiter. «Wir sind offen für weitere Engagements, haben aber im Kommunikationsbereich im Moment keine weiteren Projekte», sagt Rahel Blocher zur Firmenstrategie abschliessend.
PRESSE-FREIHEIT

